Neuseelands Südinsel - Teil III 

(25.12.2023 – 16.1.2024) Das letzte Drittel unserer Südinselreise hält noch einmal ein paar spannende Landschaften für uns bereit. Tatsächlich wird das Wetter auch mal etwas besser, nachdem wir schon manchmal den Regen-Blues hatten. Die spektakulären Deltas und Mündungen des Waihao oder Rakaia River,  die wunderschönen Halbinseln Otago und Banks, beeindruckende Baumriesen im Peel Forest, die seltsamen Moeraki Boulders oder auch die riesigen Stauseen des Waitaki River, um nur einige Beispiele herauszupicken. Gewitzte Unternehmer und Stadtmarketing Leute machen einige Städte zu bemerkenswerten Orten. Andere fallen dem Wandel der Zeit zum Opfer. So geht in Oamaru der Steam Punk ab, während in Waimate nicht mehr viel los ist. Sterbende Klein- und Kleinststädte wie Middlemarch im Wechsel mit prosperierenden Städten und Städtchen wie Oamaru, Timaru oder Fairlie säumen immer wieder unseren Weg. (Randnotiz: In Fairlie gibt es einen deutschen Bäcker. So eine Schlange vor einer Bäckerei habe ich über 30 Jahre nicht gesehen.)

In Lyttleton und Christchurch wird uns, da wir mehr erfahren haben, bewusst wie schwer die Auswirkungen der Erdbeben von 2010 und 2011 die Region und die Menschen ge- und betroffen haben. Die Ausstellung „Quake City“ in Christchurch zeigt dies deutlich. Veranschaulicht aber auch, auf welch wackeligem Terrain die Städte errichtet wurden.

In Christchurch endet unsere Reise, wo wir sie begonnen hat. Wir nehmen wunderbare Eindrücke mit, Erinnerungen an spezielle Menschen und ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit, dass wir dieses Land bereisen konnten. Wir vergessen oft genug, welch leichter Türöffner ein deutscher Reisepass ist. 

Neuseelands Südinsel - Teil II

(3.-24.12.2023) Südalpen, Eiszeitseen, Gletscher, Fjorde, Graslandschaften, Tuffsteinfelsen, Flüsse und Meer mit Steilküste und endlosen einsamen Stränden, alles finden wir auf diesem Abschnitt unserer Reise. Wir fahren mit dem Schiff durch Fjordlandschaften und fliegen darüber. Was beides sehr reizvoll ist, da man ansonsten nur zu Fuß oder mit dem Mountainbike in diese riesigen Schutzgebiete kommt. Städte wie Arrowtown, Queenstown, Invercargill und Dunedin entdecken wir mit ihren völlig unterschiedlichen Gesichtern und Charakteren. Uns begegnen sehr nette Menschen und solche mit einem Humor, die die britische Herkunftsgeschichte schwer leugnen können, und natürlich viele Reisende mit viel und wenig Zeit. Wir entdecken auch, was gelegentlich auf Schilden angekündigt wird, zwar meist nicht auf der Straße sondern in ihren Habitaten: Pinguin, Seebär, Seelöwe, Albatros, Kea, Glühwürmchen und natürlich die artenreiche Vogelwelt. Und wir erleben alle Wetter, froh, auch ein paar warme Sachen im Gepäck zu haben.

Neuseelands Südinsel - Teil I

Am 20. November 2023 kommen wir in Christchurch an. Wir hatten gelesen, dass von den schweren Erdbeben Anfang der 10er Jahre noch immer einiges zu sehen ist. Dass es noch so viel sein würde, hätten wir nicht gedacht. Die Kathedrale wartet, ebenso wie einige andere historische Steingebäude auf den Wiederaufbau. Manches fällt auch der Abrissbirne zum Opfer und es wird Platz für Neues. Alles in allem ist die Inselhauptstadt aber eine angenehm unaufgeregte und grüne Stadt mit vielen Lokalen, Kunst und für den des es mag auch Shoppingmöglichkeiten. 

Nachdem wir den Camper übernommen haben, kann die Erkundung der Südinsel beginnen. Wir haben dafür zwei Monate Zeit. Gestartet wird gegen den Uhrzeigersinn nordwärts auf der „Alpine-Pacific-Route“. Es ist grün, der Ginster blüht üppig und das morgendliche Vogelkonzert ist wunderbar. Türkise Flüsse und heiße Quellen, inklusive der dazugehörigen Bademöglichkeiten, finden wir auf dieser Strecke ebenso wie sonnenbeschienene Küste mit Blick auf schneebedeckte Berggipfel. Das hat schon alles seinen Reiz. Die Walbeobachtungstour in Kaikoura endet ohne Wale, aber mit Delfinen und vielen seekranken Passagieren. Später an Land können wir Robben in großer Zahl beobachten und dies mit den dazugehörigen olfaktorischen Begleiterscheinungen. 

Die Städte Blenheim, Picton, Nelson und Motueka machen wir mehr oder weniger im Schnelldurchlauf. Hier ein Stadtbummel, dort ein Museum, da ein paar Galerien. Auch schön! Aber die Natur lockt mehr. 

Eine Straße um die Südinsel herum gibt es nicht. Daher fahren wir auch einige Streckenteile hin und her. Dabei entdeckt man aber auch immer wieder Neues. Von der Golden Bay im Norden geht es weiter über Westport nach Greymouth im Nordwesten. Kristallklares Wasser in den Seen der Pupu Springs und in den manchmal wilden, manchmal seichten Wassern das Buller River, Regenwaldwanderungen und Seilbrücken, die seltsamen Formationen der Pancake Rocks und, die vom aus Land betrachtet, liebliche Küste des Cape Foulwind begeistern uns jeden Tag neu, ebenso wie Minimuseen oder gewaltige Oldtimer Sammlungen. 

Den Great Alpine Highway hatten wir uns eigentlich auch vorgenommen zu fahren. Eine Fahrt über die südlichen Alpen von West nach Ost. Elfert fällt dazu aber auch noch der TranzAlpine ein. Eine Bahnfahrt entlang dieses Highways. Das versuchen wir zu buchen und es gibt freie Plätze. Also buchen wir Greymouth-Christchurch-Greymouth (1.+2.12.2023). Schön ist es, allerdings sind hier die Fernsehdokumentationen verheißungsvoller. Es wäre allerdings sehr ungerecht zu behaupten, die Fahrt wäre nicht sehr schön (zumindest bei schönem Wetter). Nur ehrlicherweise sind die Bilder aus dem Zug nicht so spektakulär, wie Drohnen diese herstellen können, wenn sie so einen Zug begleiten. 

Später mehr.