Adelaide, The Ghan & Red Center, Darwin

Von Adelaide aus startet unsere Zugfahrt durchs Outback (1.3.-22.3.2923). Wir sind gespannt auf den „Ghan“. Aber davor liegen noch zwei Tage Adelaide. Und vor Adelaide liegt Hahndorf. Da lernen wir, was man in Australien als Deutsch definiert – Räuchermännchen, Kuhglocken, Nussknacker, Kuckucksuhren und fälschlicherweise auch Matroschkas. Gerade ist in Adelaide das Art-Festival „Fringe“. Da bieten sich Konzert- und Ausstellungsbesuche besonders an. So machen wir es auch. Adelaide wird in den Reiseführern als tendenziell nicht so attraktive Stadt beschrieben. Völlig zu unrecht. Schon das Umland mit seinen Weinbaubetrieben, dem Murray River und kleinen „Urwäldern“ ist sehr schön und voll mit Kängurus und Vögeln. Die Stadt selber ist sehr grün, sehr entspannt, mit sehr guten Restaurants und Bars, einem Markt für die Einwohner und nicht für Touristen und vielen Ausstellungen ausgestattet.

Der Zug, der soll etwas ganz besonderes sein, dieser „Ghan“. Er ist auf jeden Fall lang – 770m soll er sein. Als wir einsteigen sieht der Gang aus wie bei „Mord im Orient Express“. Die Kabine ist für eine Nacht und zwei Tage groß genug. Bar- und der Speisewagen haben 30er Jahre Charme. Die Mitreisenden sind ganz normale Leute und die meisten erfüllen sich einen Lebenstraum. So ist auch der Altersschnitt. Die Landschaft ändert sich nur langsam von intensiv landwirtschaftlich genutzt in Wüste. Morgens um 5 können wir den Sonnenaufgang in der Wüste bestaunen, wenn wir wollen. Alle sollen wollen, damit das Team die Kabinen für den Tag fertig machen kann. In Alice Springs, wo seit Beginn von Covid immer noch ganz viele Flugzeuge geparkt sind, beginnt ein neuer Reiseabschnitt.

Die Outback Tour. Das ist genauso beeindruckend, wie wir uns das vorgestellt haben. Völlig verkannt ist der Kings Canyon, der bei Sonnenaufgang besonders schön „glüht“. Der Uluru und die Kata Tujas sehen zu jeder Tageszeit ein bisschen anders aus. Bei näherem Hinsehen ist der Uluru (Ayres Rock) gar nicht so glatt geschliffen, wie man meint. Er hat Furchen, Risse und spannende Erosionsspuren. Das "Field of Lights" hätte es für uns nicht gebraucht, sieht aber dennoch ganz hübsch aus. Wir lernen von unserem Guide viel über die Kultur der Indigenen Stämme, deren Überleben in der Wüste mit Bush Tucker & Bush Medicine, aber auch ihren Kulturkampf den sie heute führen und über die großartige Idee der "Flying Doctors".

Eine Woche später setzen wir unsere Reise mit dem „Ghan“ fort. Nach einer Nacht und einem Ausflug zum Katherine Gorge (der vor einer Woche wegen Überflutung noch unmöglich war) kommen wir nach Darwin.

Darwin ist eine eher gesichtslose Stadt. Einmal wurde sie 1942 von den Japanern zerbombt und 1974 hat ein Zyklon noch den Rest der Altbausubstanz weggeweht. Die Neubauten sind leider eher zweckmäßig als kreativ. Aber in der Gewitterhauptstadt der Welt ist das vielleicht auch alles nicht so wichtig. Hier zählen sicher andere Dinge.

Darwin ist aber ein guter Ausgangspunkt, um in den Kakadu Nationalpark zu reisen. Das tun wir für einige Tage und genießen es sehr. Die Flut hat sich schon etwas zurück gezogen, ist aber immer noch deutlich erkennbar. Bei einem Überflug sehen wir, dass auch das eigentlich wüste Hochland grün ist. Das ist der Vorteil, wenn mal viel Wasser da ist. Es war so viel, wie seit 50 Jahren nicht, hören wir. Die Natur bedankt sich mit einem Überfluss an verschiedensten Grüntönen. Hier lernen wir auch, was mit Road Train tatsächlich gemeint ist - viele Achsen... sehr viele Achsen.

Fazit: Das Northern Territory mit seinem Red Center und seinem grünen Norden ist jeden Tag wert, den man dort verbringt. 

Hahndorf - DAS deutsche Dorf in Australien

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